Digel, Marion (Prof.)

Dekanin Fachbereich Gestaltung
Folkwang Universität der Künste

Professorin für Gestaltungs- und Entwurfsgrundlagen im Industrial Design
Im Graduate Programm – Objekt-Raum Experimente / Inszenierter Raum

_E-Mail: > ed.i1573847027nu-gn1573847027awklo1573847027f@leg1573847027id.no1573847027iram1573847027_Tel.: +49 (0) 201_183-3355 & -3356 (Dekanat) (dienstlich)
_Fax: +49 (0) 201_183-4226

Musikalität reicht nicht, man muss auch die Noten beherrschen, um komponieren zu können. Auch Kreativität allein reicht nicht aus, damit Studierende des Industrial Design erfolgreich entwerfen können. Sie müssen lernen, die Parameter der Gestaltung – wie Form, Farbe, Oberfläche, Proportion und Konstruktion – zu verstehen und anzuwenden. Erst wenn sie dieses Vokabular beherrschen, können sie sich bewusst gestalterisch ausdrücken.

Kurzvita

Geb. 9. Oktober 1960, Dagersheim, Kreis Böblingen, BRD

Marion Digel studierte von 1978-1980 Liberal Arts an der University of Connecticut, USA mit Schwerpunkt Grafik Design bei Prof. Paul Szelanski, einem Schüler von Josef Albers. 1980-1987 studierte sie Industrial Design an der Hochschule der Künste Berlin mit dem Diplom Abschluss.
Von 1987–1992 arbeitete sie als leitende Designerin bei der Fa. Sichert, einem Hersteller von Büro- und Objekteinrichtungen, wo Sie eine Designabteilung aufbaute. 1993-2006 führte sie das Designbüro designmariondigel und arbeitet heute nebenberuflich als freie Designerin.
2006 Berufung an die Folkwang Universität der Künste als Professorin für Gestaltungs- und Entwurfsgrundlagen
Oktober 2007 – Juli 2012 Leitung des Studiengangs Industrial Design.
Juli 2012 – April 2013 kommissarische Dekanin des Fachbereichs Gestaltung
Seit April 2013 Dekanin des Fachbereichs Gestaltung

Lehre und Forschung

Die Grundlehre für Gestalter stellt für die Studierenden eine „Topografie“ der gestalterischen Mittel und ihrer Phänomene dar. Oder, man könnte auch sagen sie ist eine Versuchsanordnung für das gestalterische Experiment. Sie beinhaltet grundlegende Phänomene, Begriffe und Medien, auf die die Studierenden ihre eigenständige gestalterische Tätigkeit begründen können. Sie beschreibt die Beziehungen und Abhängigkeiten dieser Faktoren zueinander in Relation zur gestalterischen Qualität. Durch gezielte und experimentelle Übungen erhalten Studienanfänger Erfahrung im gestalterischen Tun. Die Gestaltungsgrundlehre von Prof. Marion Digel vermittelt experimentelles, ergebnissoffenes Arbeiten und bietet Perspektiven für den gestalterischen Prozess. Sie ist dabei keine Handlungsanweisung sondern liefert Anregung, Kriterien und die Beurteilungsfähigkeit zum gestalterischen Denken und Handeln. Die Studierenden können Ihre persönlichen Arbeitsweisen entdecken und erproben.
Die fachspezifischen Grundlehre im Industrial Design beschäftigt sich mit gezielten Aspekten des Entwurfsprozesses. Z.B. können Kreativitätstechniken, Semantik, Metapher oder konstruktive Vorgaben Schwerpunktthemen für die theoretischen und praktischen Auseinandersetzungen sein. Die Studierenden erfahren die Erweiterung, Vertiefung und die Anwendbarkeit der erlernten Kenntnisse.

Forschungsfelder

Grundlehre – Was sind die zukünftigen Anforderungen an Lehrende der Gestaltungsgrundlehre und wie verändern sich Lehrinhalte und Didaktik mit Blick auf unsere sich ständig wandelnde Welt? Wie begegnen wir qualitativ wandelnden Bedingungen der menschlichen Interaktion und Kommunikation durch sich verändernde Medien?
Wie verändert sich die Wahrnehmung unseres menschlichen Umfelds und woher kommen unsere Wertesysteme und gestalterischen Bezüge? Mit der Beantwortung dieser und ähnlicher Fragen beschäftigt sich Prof. Marion Digel im Forschungsfeld „Gestalterische Grundlehre und deren Weiterentwicklung“.

Aus der Vertiefung und Weiterentwicklung der gestalterischen Grundlehre entwickelte sich für Prof. Digel die Beschäftigung mit den gestalterischen Phänomenen in den Schnittstellen zwischen Mensch, Objekt, Zeit und Raum.

2. Bildungsstufe / Master – Im Graduate Programm „Heterotopia / Gestaltung“ steht Prof. Marion Digel für die Fachkompetenz Objekt / Raum Experiment und betreibt ein Studio Inszenierter Raum, in dem sich Studierende mit den Schnittstellen und der Interaktion zwischen Akteur, Objekt und dem Raum explorativ auseinander setzten. Hier steht die Schnittstelle zwischen Kunst und Design im Zentrum der Lehre und der Forschung. Die Integration von Kunst als experimentelle forschende Plattform in den Designprozess, ist bei den Projekten zentraler Bestandteil. Dabei sollen Designer nicht zu Künstlern werden oder Künstler zu Designern. Der Mehrwert des erfahrungsbasierten Lernens durch künstlerische Prozesse, besteht für Designer in der Erweiterung der gestalterischen Sensibilität. In der Konsequenz ihres gestalterischen „Tuns“ entwickeln die Graduate-Studierenden darüber hinaus Methoden und Handlungsweisen, die sie dazu befähigen, diese sowohl auf komplexe Fragestellungen der Gestaltung anzuwenden, als auch ihre individuelle Haltung und ihr kreatives Potential in einem offenen gestalterischen Prozess auszudrücken. Die im Studio entstehenden Projekte umfassen Möbel-, Objekt- und Raumdesign, freie künstlerische Arbeiten, Installationen und Interventionen im öffentlichen und privaten Raum, Ausstellungsdesign, Bühnenbild und performative Gestaltung.

Lebenslauf tabellarisch

Geb. 9. Oktober 1960, Dagersheim, Kreis Böblingen, BRD

Kindheit in Deutschland und den USA
1970-1976 Gymnasium Großburgwedel
1976-1978 Darien Highschool, Darien, CT. USA

Designausbildung
1978-1980 Studium Liberal Arts an der University of Connecticut in den USA mit Schwerpunkt Grafik Design bei Prof. Paul Szelanski, einem Schüler von Josef Albers
1980-1987 Studium Industrial Design an der Hochschule der Künste Berlin mit dem Diplom Abschluss

Berufspraxis
1987-1992 leitende Designerin bei der Fa. Sichert, einem Hersteller von Büro- und Objekteinrichtungen
Entwicklung von Systemmöbeln für Büro, Kliniken und Arztpraxen
– Aufbau einer Designabteilung
– Messestandgestaltung
– Projektplanungen im Ausstellungs- und Klinikbereich
1993-1999 freie Designtätigkeit in den Bereichen Produkt-, Objekt-, Innenraum- und Messestandgestaltung
1999-2006 Führung des Designbüros designmariondigel
Das Designstudio agiert in den Bereichen Produkt- und Corporate Design, Ausstellungs- und Objektdesign sowie im Editorialbereich
seit 2006 nebenberufliche freie Designtätigkeit

Mitglied des Verbands der Deutschen Industrie Designer VDID seit 1986

Designlehre
2002-2003 Lehrauftrag für Gestaltungsgrundlagen (1. Und 2. Semester) Schwerpunkt Darstellungstechniken an der FH Coburg
2003 -2004 Vertretungsprofessur für Fachspezifische Gestaltungsgrundlagen an der Universität Duisburg – Essen, Studiengang Industrial Design
2006 Berufung an die Universität Duisburg – Essen, Studiengang Industrial Design (ab 2007 Folkwang Universität der Künste) als Professorin für Gestaltungs- und Entwurfsgrundlagen
– Lehre der Gestaltungs- und Entwurfsgrundlagen
– Betreuung von freien Projekten im Bereich von Produkt- und Möbeldesign
– Fachkompetenz Objekt/Raum – Experiment
– Entwicklung des Studios 01 Inszenierter Raum für das Graduate Programm Gestaltung (MA)
– Betreuung von Abschlussarbeiten, Diplom und BA

WS 2011/12 Forschungsfreisemester in den USA
Fragestellung nach dem Einfluss der Bauhaus Grundlehre auf die Entwicklung der Designausbildung in den USA und der zukünftigen Entwicklung der gestalterischen Grundlehre an diesen Hochschulen
– Vorträge und Design Workshops am Rochester Institute of Technology, NY und am Pratt Institute, Brooklyn NY
– Interviews und Archivrecherche am Pratt Institute NY, Parsons NY, RIT NY, Cranbrook Academy Detroit, Carnegie Mellon Pittsburgh,
Illinois Institute of Technology ehem. New Bauhaus, Chicago, Ohio State University, North Carolina State University, Archives of the Black Mountain College of Design Charlotte, NC

Firmenkooperationen
Symrise AG, Volkswagen AG, Innovationsfabrik Mercedes Benz,
BEGA – Leuchten, Limburger Glashütten, Thyssen AG, Becker Formholz GmbH, VS-Spezialmöbel

Kooperationen mit Forschungs- und öffentlichen Institutionen
– Wuppertal Institut für Nachhaltiges Konsumieren, Thema Do-It-Yourself
Gestaltungsprojekt, Podiumsdiskussion und Interview
– Fraunhofer Institut Umsicht, Oberhausen (Betreuung Abschlussarbeiten im Bereich Materialforschung und – Einsatz
– Museum Folkwang, Feldforschung zum Thema Farbe
Ausstellung „Im Farbenrausch“ als Begleitausstellung zur gleichnamigen Expressionistenausstellung 2012/2013 (zusammen mit Mitarbeitern Phillip Steffens und Anne Caplan)
– In Planung für WS 2014/15 – Projekt und Ausstellung in Kooperation mit dem Folkwang Museum zum Thema Muster und Strukturen

Transdisziplinäre Folkwang LABs
– SoSe 2010, Idee, Organisation und Betreuung von „Raum Körper Objekt“, transdisziplinäres Projekt und öffentliche Performance auf der Zeche Zollverein, Essen mit den Grundlagenkursen Schauspiel (Prof. Marina Busse) und Fotografie (Prof. Gisela Bullacher)
– WS 2010/11 Teilnahme und Betreuung des Folkwang LABs „Kulturelles Handeln im Transkulturellen Raum“ ( Initiator Prof. Dr. Jakob) im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres Ruhr2010 bei der Dadaistischen Oper „Ruhrlautsonate“
– WS 2013/14 und SoSe 2014 Beratung beim Studentischen Folkwang Lab „Freies interdisziplinäres Arbeiten im gesellschaftlichen, politischen Zusammenhang“
(zusammen mit Vera Timmerberg und Prof. Hanns-Dietrich Schmidt)

Ausstellungen
– Mai 2009, Ausstellung „Take A Seat“ in der Pratt Gallery, Brookyn NY
– Januar 2019, „Take A Seat“ auf der imm 2010 in Köln
– Mai 2010, Organisation und Umsetzung der Fachbereichsausstellung auf der Zeche Zollverein in Essen im Rahmen der Cumulus „Borderline“ Konferenz in Genk
– April 2014 „Wir sind dran“ Ausstellung der Erstsemester in der Rathausgallerie Essen organisiert gemeinsam mit Marie Céline Schäfer
– Mai 2014 Work in Progress-Präsentation des Projekts „Farbe am Objekt“ anlässlich der Eröffnung des Folkwang Theaterzentrums in Bochum gemeinsam mit Marie Céline Schäfer
– Jan 2015 – Mai 2015 Studienarbeiten zum Thema „Pattern“ aus dem ersten Semester BA Industrial Design und aus dem 1. Semester des Graduate-Programms „Heterotopia Gestaltung“ werden im Rahmen der „Disorder-Ausstellung“ im Museum Folkwang gezeigt. (Kurator Michael Schumacher)

Mehrere Jahre in Folge (seit 2007, wenn das Budget es zulässt)) wird die Präsentation von Studienarbeiten aus dem Fachbereich Gestaltung durch Prof. Marion Digel auf der imm, der Internationalen Möbelmesse in Köln vertreten.

Weitere Projekte:
– Entwicklung der Kooperationsplattform „Germany meets USA“
2007 -2008. Besuch von 14 Amerikanischen Hochschulen zum Kennenlernen ihrer Studienstrukturen. Daraus entstehen das Symposium „Germany meets USA“ zum Austausch über die Entwicklung der Designbildung WS 2007/2008 in Essen und Kooperationsverträge mit der Kansas State University, mit der Ohio State University, mit dem Rochester Institute of Technology, NY und dem Pratt Institute, Brooklyn NY.
– Konzeption und Durchführung des Kooperationsprojekts „Take a Seat“ mit dem Pratt Institute in Brooklyn 2009/2010. Ein Gestaltungsprojekt mit Studierendenaustausch und Ausstellungen der Essener Projektgruppe in New York und gemeinsame Präsentation der New Yorker und Essener Projektteams auf der imm 2010. Betreuung der Projektteams: Aus NY – Prof. Matthew Burger und Prof. Mark Goetz, aus Essen – Prof. Marion Digel, Prof. Kurt Mehnert mit Mitabeiterin Carolin Schreiber.

Publikationen:
“Papermade – Wohnen mit Papier und Karton”,
Mosaik Verlag 2002, – ISBN 3-576-11631-1

ID-2008, Jahrbuch Industrial Design,
Folkwang Universität der Künste 2008, – ISBN 978-3-9812754-0-7
ID-2009, Jahrbuch Industrial Design,
Folkwang Universität der Künste 2009, – ISBN 978-3-937787-24-4

“Dialogue of Art and Design in education”, paper presentation and lecture,
Cumulus, Helsinki 2012

diverse Artikel in Fachzeitschriften…
Aktuell: Arbeit an einem Handbuch über die Gestaltungsgrundlehre