Rückblick auf das Symposium »Transdisziplinäre Gestaltung«

Fotos: Tabea Borchardt (TB) und Lidong Zhao (LZ)

Anlässlich der gleichnamigen Buchveröffentlichung im Passagenverlag, die Texte von Studierenden aus Lehrveranstaltungen von Alan N. Shapiro und Texte externer AutorInnen zusammenführt, war es Ziel des zweitägigen Symposiums am 06. und 07. Juli in Essen gemeinsam über Chancen und Herausforderungen der Transdisziplinären Gestaltung nachzudenken.
Dies vor dem Hintergrund einiger Fragen, die die Moderatorinnen Katharina Umbach und Irmi Wachendorff ganz zu Beginn herausstellten:
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  • Was sind Motive und Ziele für Transdisziplinäre Gestaltung ?
  • Warum entscheidet man sich für ein Studium der Transdisziplinären Gestaltung?
  • Was ist die gesellschaftliche und soziale Relevanz dieses Themas?
  • Wie sehen transdisziplinäre Methoden und Gestaltungsprozesse aus?
  • Wie kann Transdisziplinarität in der Lehre und in der Institution Hochschule gelingen?

Ausgangspunkt des gemeinsamen Nachdenkens waren Vorträge und Perfomances.

Im Rahmen seines Key-Notes führte der derzeitige Inhaber der Gast-Professur für transdisziplinäre Gestaltung Alan N. Shapiro Transdisziplinarität als Verschränkung von Theorie und Praxis ein. Er plädierte zugleich für die Ausformung einer neuen, auf psychologischen und therapeutischen Prämissen beruhenden Hochschullehre.
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Der Einladung von Alan N. Shapiro folgend, gaben vier externe AutorInnen aus dem Buch Einblick in ihre transdisziplinären Forschungsfragen und Herangehensweisen. Florian Arnold stellte hierbei eine Verknüpfung von speculative design und Transdiziplinarität her. Cristina Miranda de Almeida plädierte für eine „transdiscipliary empathy“ im Designprozess. Alexis Clancy führte im Zuge seiner Präsentation vor Augen wie Mathematik und Semiotik als ansonsten getrennt agierende Wissenschaftsdisziplinen in einem transdisziplinären Gedankenmodell zusammenfinden. Regan O’Briens Performance widmete sich wiederum der Untersuchung von Transformationsprozessen und Verschiebungen un-/sichtbarer Grenzen.
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Die Vielfalt und Bandbreite transdisziplinärer Forschungsfragen und Zugänge wurde darüber hinaus auch an den Beiträgen der Studierenden des Graduate Programm Heterotopia Gestaltung deutlich. Zunächst gab Benjamin Gages seinen fragenden Textbeitrag aus dem Buch in Form einer audiogestützten metareflexiven Performance frei. Eicke Riggers stellte im Rahmen seines Vortrages heraus, dass Transdisziplinäre Gestaltung als eine Form der reflektieren Gestaltung und des bewussten Ins-Verhältnis-Setzens gesehen werden kann. Sebastian Sowas Präsentation widmete sich dem digitalen Garten als einem transdisziplinären Gestaltungsphänomen par excellence.
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Die Frage nach einer Verankerung der transdisziplinären Gestaltung im Kontext der Hochschullehre war Hauptgegenstand aller weiteren Vorträge. Als Initiatoren der so genannten „learning community“, eines neuen studentisch-selbstgeleiteten Lehr-Lernformates innerhalb des Folkwang Graduate Programm Heterotopia Gestaltung berichteten die Heterotopia Studierenden Moritz Kotzerke und Christian Berens über ihre Studienerfahrungen und nahmen dabei kritisch Stellung zur Transdisziplinären Gestaltung.
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Ausgehend von einer Kritik an Coworking- und Coliving-Konzepten führte der letzte Inhaber der Professur für Transdisziplinäre Gestaltung Benjamin Foerster Baldenius am Beispiel seiner eigenen Gestaltungsprojekte aus, dass Transdisziplinarität auf dem Prinzip der Freundschaft beruhen müsse.
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Anschließend berichteten der ehemalige Leiter des Instituts für Transdisziplinäre Gestaltung Ruedi Baur und Vera Kockot-Baur gemeinsam von den gedanklichen Ursprüngen des Studienganges Heterotopia und gaben zugleich Einblick in ihre transdisziplinäre Forschungs- und Gestaltungsarbeit.
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Begleitend zum Symposium wurden die Texte aus dem Buch »Transdisziplinäre Gestaltung« auch im Rahmen einer Ausstellung gestalterisch, inszenatorisch und räumlich zugänglich gemacht. Diese Begleitausstellung wurde von Katharina Umbach und Irmi Wachendorff in Zusammenarbeit mir den Heterotopia Studierenden Anne-Clara Stahl, Sabet Regnery, Eicke Riggers, Anastasija Delidova, Denise Werth, Lulu Zhao und Xiaoshuang Guo erarbeitet und kuratiert.
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